Wochenbett-Depressionen / Postnatale Depressionen / Wochenbett Psychose

Dieses Thema im Forum "Der Körper nach der Schwangerschaft" wurde erstellt von Gast9847, 22. Januar 2011.

  1. sonne2412

    sonne2412 September-Mami 2011

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    Nicht alle Psychopharmaka machen abhängig!!!!
    Es gibt Psychische Erkrankungen, da geht es ohne absolut nicht. Eine Psychose, auch postnatal, ohne vernünftige Medis unbehandelt zu lassen, wäre fatal.
     
  2. Gast5858

    Gast5858 Guest

    Unbehandelt sag ich garnicht. Da muss unbedingt eine Therapie gemacht werden. Aber selbst das rein pflanzliche macht abhängig. Nicht körperlich aber psychisch. Da wird mir dann groß erzählt, dass es nicht abhängig macht aber sie können die Mittel nicht absetzten, weil sie Angst haben, dass sie dann wieder in ein großes Loch fallen. Natürlich will das keiner nochmal erleben aber wissen die Betroffenen, ob es dann auch so ist?

    Dieses Thema ist ganz schwer richtig hand zu haben.

    Wir müssen die Betroffenen größtenteils mit Plazebos über Wasser halten, weil sie auch ständig was einnehmen wollen (was in der Homöopathie überhaupt nicht nötig ist und sogar das Gegenteil bewirken kann)
    Dann schicken wir unsere Patienten auch in die Therapie. Einige Hp´s bieten das auch zusätzlich aber wir nicht. Hatten schon so einige für uns gefährliche Situationen. Dann macht die Arbeit auch kein Spaß.
     
  3. sonne2412

    sonne2412 September-Mami 2011

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    Eine Psychose zb kannst du nicht erstmal mit einer Psychotherapie behandeln. Den Menschen fehlt doch jegliche Krankheitseinsicht. Ich kann ja keine Gesprächsthrapie mit jemanden machen, der hinter meiner Schulter Donald Duck winken sieht ( mal drastisch ausgedrückt).
    Wir (Ich arbeite in der Psychiatrie) haben auch schon gefährliche Situationen gehabt, zb auch ein Mädchen, das von ihren Eltern und einer HP (nein, ich schere nicht alle über einen Kamm) mit Globulis gegen ihre Psychose behandelt wurde und dann nach einem schweren Suizidversuch bei uns gelandet ist. Damals wurde den Eltern noch die Gesundheitsfürsorge entzogen , damit sie medikamentös eingestellt werden kann. Heute gehts ihr wieder besser.

    Ich bin auch überhaupt nicht dafür jeden ``abzuschießen`` und in der Psychiatrie bekommt auch nicht jeder gleich Medis, aber alle zu verteufeln finde ich auch nicht richtig. Da es eben Fälle gibt, wo es anders nicht mehr geht.
     
  4. sonne2412

    sonne2412 September-Mami 2011

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    Achso :) : Die Gesprächstherapie folgt bei Psychotikern natürlich dann, wenn sie wieder auf nem therapierbaren Level sind...
     
  5. Minka

    Minka

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    Um die Disskusion mal neu anzufeuern...
    Also, nach den letzten Erlebnissen und den enormen Versagensängsten und Verlustängsten, die ab und an in regelrechte Panikanfälle ausarten wäre ich inzwischen fast dankbar, wenn es eine einfache "Pille" gäbe, die mir etwas von den Ängsten nimmt und mich ruhiger macht. Wobei ich ebend auch weiß, das ohne Gesprächstherapie da nichts läuft.
     
  6. Gast5364

    Gast5364 Guest

    Ist so eine Wochenbettdepression überhaupt mit einer Gesprächstherapie in den Griff zubekommen? Sie wird doch hauptsächlich von der Hormonumstellung ausgelöst oder sehe ich das falsch?

    Ich bin ehrlich gesagt nicht so der Anhänger von Homöopathie. Als Naturwissenschaftler glaubt man halt nur an Fakten ;-)
    Und Psychopharmaka so zu verteufeln finde ich auch falsch. Ob es abhängig macht oder nicht, hängt auch immer von der Ausgangssituation ab. Meine Mutter hat während ihres fast 2-jährigen Krankenhausaufenthaltes durchgehend ein Antidepressivum eingenommen. Es war immer sofort spürbar, wenn nach einem Stations- oder Krankenhauswechsel das Mittel vergessen wurde. Mit einer Gesprächstherapie oder einem Placebomittel wäre da wirklich nichts zu machen gewesen und ich bin mir sicher, dass ihr das Medikament geholfen hat, sich nicht aufzugeben. Nachdem sie dann entlassen wurde, es ihr körperlich langsam besser ging, konnte sie auch das Antidepressivum einfach absetzen. Völlig ohne Probleme! Der Grund für die Einnahme war ja auch nicht mehr da. Das hatten uns die Psychiater auch während der ganze Einnahmedauer immer wieder prophezeit.
    Und ich kann mir vorstellen, dass es bei einer Wochenbettdepression ähnlich ist. Vermutlich kommt es, in so einem Fall, auch immer etwas auf die Persönlichkeit des Patienten an.
     
  7. Minka

    Minka

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    Ich geb Homöopathie (ich hasse dises Wort zu schreiben...) eine Chance, aber wenn man merkt das es nicht hilft darf man sich der Schulmedizin nicht verschließen. Und ich weiß das wenn es bei einigen keine Psychopharmaka gegeben hätte, dann wär das bös ins Auge gegangen. Und ganz ehrlich, auch wenn die Flaschennahrung nicht das beste für meinen Wurm ist, so würde ich derzeit gern auf das Stillen verzichten und Psychopharmaka nehmen. WENN ich damit besser drauf bin und ich meinem Sohn auch das bin was ich sein möchte. Klingt das doof?
     
  8. Gast5364

    Gast5364 Guest

    Ich finde gar nicht, dass es doof klingt!
    Was bringt Deinem Sohn das Stillen, wenn es Dir schlecht geht. Im Gegenteil: Ich würde Deinem Seelenzustand mehr Bedeutung zumessen, als dem Stillen.
    Ehrlich gesagt finde ich eh, dass man Frauen derzeit immer ziemlich zum Stillen um jeden Preis verdonnert. Eine Freundin von mir hat im Januar ihren 2.Sohn entbunden. Er hat einen ziemlichen Zug drauf und dann kommt noch hinzu, dass er gerne einfach nur so an der Brust nuckelt. Als ich sie 3 Wochen nach der Entbindung besucht habe, ist sie bei jedem Mucks des Kleines in Panik ausgebrochen, weil sie so eine Angst hatte, dass er schon wieder an die Brust will. Und beim Stillen selbst hat sie weinend auf dem Sofa gesessen. Ich hab sie dann gefragt, warum sie denn nicht wenigstens teilweise aufs Fläschchen umsteigt. Aber ihre Hebamme hatte ihr dringend davon abgeraten, weil sie dann ja weniger Milch produzieren würde und Stillen das Beste sei. Inzwischen hat sie eine schöne Brustentzündung und durfte ein paar Tage im KH verbringen. Ich weiß ja nicht, ob es das wert ist. Und die erste Zeit mit ihrem Sohn genießen konnte sie auch nicht.

    Jetzt hab ich mich schon wieder nicht kurz gefasst ;)
    Was ich eigentlich sagen wollte: Wenn Du in nächster Zeit das Gefühl hast, dass Du etwas mehr, als Homöopathie benötigst, dann still lieber ab. Die Muttermilchersatzprodukte sind nicht so schlecht, wie ihr Ruf. Und Dein Sohn hat gar nichts davon, wenn es Dir nachher so schlecht gehen sollte, dass Du Dich vielleicht nicht mehr richtig um ihn kümmern kannst. Deshalb bist Du keine schlechtere Mutter. So sehe ich das jedenfalls :)
     
  9. Minka

    Minka

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    Ich danke dir, Jomi, mehr kann ich dazu gerade nicht sagen.
     
  10. Gast6772

    Gast6772 Guest

    Minki, pass mal auf.

    DU bist wichtiger als das Stillen. Weil was brinbgt das Stillen, wenn dein Körper zambricht und du dann eh nicht mehr stillen kannst? Deine Gesundheit > der Hunger von klein Jelle.
     

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