Wochenbett-Depressionen / Postnatale Depressionen / Wochenbett Psychose

Dieses Thema im Forum "Der Körper nach der Schwangerschaft" wurde erstellt von Gast9847, 22. Januar 2011.

  1. Gast9847

    Gast9847 Guest

    Wochenbett-Depression / Baby-Blues / Heultage
    Baby-Blues ist eine normale Reaktion auf die Umstellungsprozesse nach der Geburt. Die Hälfte aller Mütter sind davon betroffen. Häufiges Zeichen ist das Weinen, deshalb wird es auch als „Heultage“ bezeichnet.
    Meist kommen die Heultage etwa 3 bis 5 Tage nach der Entbindung und es kann bis zu 2 Wochen dauern.

    Betroffene Mütter leiden unter:
    - Traurigkeit und Weinen
    - Erschöpfung
    - Ängstlichkeit
    - Müdigkeit
    - Stimmungsschwankungen
    - Konzentrationsstörungen
    - Reizbarkeit
    - Ruhelosigkeit
    - Schlafprobleme

    Ursache: hormonelle Umstellung.


    Schwere Formen sind: postnatale Depressionen und die Wochenbett-Psychose.


    Postnatale Depression
    Ist eine nachgeburtliche Depression. Der neue medizinische Ausdruck ist postpartale Depression oder PPD. Meist beginnt es langsam und unbemerkt. Sie kann direkt nach der Geburt beginnen oder im Laufe des ersten Jahres nach der Geburt.

    Symptome:
    - Antriebslosigkeit
    - Müdigkeit
    - Erschöpfung
    - Trauer
    - Häufiges Weinen
    - Schuldgefühle
    - Innere Leere
    - Sexuelle Unlust
    - Konzentrationsstörungen
    - Schlafstörungen
    - Appetitlosigkeit
    - Ängste
    - Reizbarkeit
    - Panikattacken
    - Zwangsgedanken (zerstörerische Vorstellungen und Bilder)
    - Gefühlsschwankungen gegenüber dem Kind
    - Schwindel
    - Herzbeschwerden
    - Kopfschmerzen

    Ursache: Umstellungs- und Anpassungsprozesse.

    Behandlung: die PPD ist gut behandelbar. Wichtig ist, neben einer medikamentösen Therapie auch Psychotherapie.



    Wochenbettpsychose
    Eine psychische Erkrankung die nach der Geburt sehr selten auftritt. Sie ist eine schwere Krankheit, die direkt nach den Wehen auftritt. Es sind ungefähr 1 bis 2 von 1000 Müttern betroffen.
    Bei dieser Erkrankung verlieren die Frauen den Kontakt zur Wirklichkeit. Die Erkrankung kann abrupt auftreten mit manisch-depressiven Erscheinungen, die das Persönlichkeitsbild vollständig verändern. In den manischen Phasen kann es zu motorischen Unruhe, Wahnvorstellungen, Verworrenheit und starke Antriebssteigerungen auftreten. Depressive Phase: Teilnahmslosigkeit, Antriebarmut und starke Angstzustände. Aber auch Halluzinationen und Wahnvorstellungen können vorkommen.
    Stärken betroffen sin Frauen, in deren Familiengeschichte manisch-depressive Erkrankungen auftreten.

    Behandlung:
    Meistens ist eine stationäre Aufnahme in einer Klinik erforderlich. Die Aufnahme des Kindes ist für beide positiv zu bewerten.
     
  2. Biene1987

    Biene1987 Das 2te Wunder ist unterwegs!

    Beiträge:
    7.863
    Oh mein Gott, da kriegt man ja Angst, grad beim letzten.......
     
  3. Gast5858

    Gast5858 Guest

    Beim normalen Baby Blues reicht Pulsatilla in der C30 oder Cimicifuga in der C30 im Wasserglas 4x täglich einen Schluck.

    Bei einer P. Depression sollte man Platinum einnehmen. Meist reicht eine Gabe in der C30 trocken auf die Zunge. Sitzt sie tiefer, sollte man mit der Wasserglasmethode weiter machen und 4x täglich einen Schluck nehmen.

    Hier habe ich auch eine schöne Seite gefunden (lasst euch nicht verwirren, von den ganzen Mittelchen). Was ich oben geschrieben habe, sind Erfahrungswerte ;)

    Hier der Link: (bitte runterscrollen)
    http://www.kh-hallein.at/index.php?Itemid=68&id=48&option=com_content&task=view
     
  4. sonne2412

    sonne2412 September-Mami 2011

    Beiträge:
    1.990
    @Olja:

    Danke für den tollen Text.
    Nur eine Anmerkung noch: Bei einer postnatalen Psychose müssen die Symptome nicht unbedingt direkt nach den Wehen auftreten. Da können auch einige Tage oder Stunden vergehen!
     
  5. bjoessi

    bjoessi

    Beiträge:
    34
    die heultage sind ja fast schon "normal",weil einem die hormone der plazenta fehlen. ich hatte das bei beiden kindern und habs mit pulsatilla super in der griff bekommen (wie selket ja schon schrieb)

    man muss halt immer sehen in welche richtung sich das entwickelt, man sollte dann auf jeden fall immer mit der hebamme oder mit dem FA darüber reden.
     
  6. Minka

    Minka

    Beiträge:
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    Also bei mir ist das so dass Hebamme und Gyni sehr genau hinschauen werden, um rechtzeitig eingreifen zu können. Auch suche ich mir schon einen Therapeuten, damit im Falle eines falles schnell eingegriffen werden können. Die Dame in der Beratung bei der ich war hat auch gesagt das man dann Psychopharmaka einsetzen sollte damit es gar nicht erst so schlimm ist. Weil bei mir das ja schon während der Ss so extrem ist.

    Olja, vielen Dank für den aufschlußreichen Text.
     
  7. Gast5858

    Gast5858 Guest

    Psychopharmika? Damit würde ich garnicht erst anfangen! Die Nebenwirkungen sind viel zu heftig um normal leben zu können!
     
  8. Minka

    Minka

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    3.279
    Sind bei mir die letzte Wahl, wichtig ist mir das ich meinen Kleinen gut versorgen kann. Und abgesehen davon kann ich dann auch nemmer stillen und son bißchen stillen möcht ich ja. Ich möchte dann lernen mit den Dingen klar zu kommen, dazu gehören Entspannungsübungen und sich keiner Gefühle zu entziehen.
     
  9. sonne2412

    sonne2412 September-Mami 2011

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    Manchmal gehts ohne Psychopharmaka nicht!
     
  10. Gast5858

    Gast5858 Guest

    Die machen abhängig und wie wollt ihr davon los kommen?

    Was meinst du, was ich schon für Patienten hatte... und alle schwören sie auf dieses Teufelszeug.
     

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