Warum Bio?

Dieses Thema im Forum "Ernährung" wurde erstellt von MissPatty, 28. Januar 2015.

  1. MissPatty

    MissPatty

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    Hey Mädels,

    ich hab mich schon öfter gefragt, warum es so ein Hype auf Bio gibt. Die meisten Leute wissen nicht wie und warum und glauben den Medien und kaufen deshalb Bio - ist ja scheinbar besser! (Ich frag mich allerdings ob eine Banane wirklich Bio ist)

    Einige von euch haben sich glaub ich schon recht gut mit dem Thema befasst, deshalb: warum Bio?
     
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  2. Sternchen

    Sternchen Joshua's Mommy

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    Ich kann jetzt nur davon berichten wie es hier in den USA ist. Das Problem hier sind GMOs. Genetisch modifizierte Lebensmittel. GMOs finden sich leider in sehr vielen Lebensmitteln und sind nachweislich krebserregend. Pestizide in den Lebensmitten sind natürlich auch ein Grund Bio zu kaufen, aber da gibt es tatsächlich Unterschiede.
    Zum Fleisch: USDA Choice ist das Gütesiegel hier für Bio. USDA bedeutet, dass den Tieren weder Mais noch GMOs gefüttert worden sind und dass die Tiere aus Freilandhaltung stammen und Gras fressen dürfen.
    Futter aus Mais und Hormonen sowie Antibiotika sind die Regel bei allen Tieren ausser Schweinen und Hühnern. Letztere dürfen aber trotzdem Antibiotika bekommen.
    Dass man das nicht essen möchte macht ja Sinn.
    Ich persönlich kaufe auch lieber USDA Choice grassfed bei einem bestimmten Bauern weil ich da weiss, dass die Kühe auf die Weide dürfen und nicht den ganzen Tag drinnen sind.
    Ich finde Bio bei tierischen Produkten weitaus wichtiger als bei Obst und Gemüse. Pestizide bekommen wir eh alle durch die Umwelt ab, aber wenn ich höre, dass gewisse Obst-oder Gemüsesorten extrem stark belastet sind, dann kauf ich die schon Bio.
     
  3. Thalia

    Thalia

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    Ich sehe es wie Sternchen.
    Und ich bin auch oft dabei zu zweifeln, ob Bio-Produkte wirklich alle Bio sind, aber dann sage ich mir, dass ich keine andere Wahl habe als es zu glauben.
    Auch hier in Deutschland gilt, dass Tieren in der Bio-Produktion kein genetisch verändertes Futter gegeben werden darf. das ist mir wichtig.

    Ich habe auch bei Obst und Gemüse immer Angst, dass da was verändertes dabei sein könnte. Es widerstrebt mir, so etwas zu mir zu nehmen, weil ich zum einen selber ein paar Lebensmittelallergien habe und meinen Cousin hat es ganz extrem stark da getroffen. Er hat z.B. eine Fischeiweißallergie. Diese Fischeiweiße werden aber zum Teil in andere Lebensmittel eingepflanzt. Er hat seitdem er das gelesen hat, z.B. totale Angst vor einem Freihandelsabkommen mit den U.S.A., weil z.B. Monsanto dann die genetisch veränderten Sachen hier auf den Markt bringen dürfte.
    Abgesehen davon, finde ich es krank, ein Tierprotein in eine Pflanze einzubauen. Warum ist das notwendig?

    Klar ist das jetzt ein total krasses Beispiel, aber ich habe auch an unserem eignen Garten gemerkt, dass die Sachen auch wachsen, wenn sie nicht unendlich gespritzt werden. Wobei man ja auch immer sagen muss, dass man sich über die einzelnen Lebensmittel informieren sollte. Ich kaufe beispielsweise keine Bio Linsen, weil Linsen so anspruchsslos und auch so unattraktiv für Schädlinge sein sollen, dass die eh nicht gespritzt werden.

    Ich bin aber auch bei anderen Dingen vorsichtig. Ich benutze fast keinen Weichspüler, wegen den ganzen Hormonen, die dadurch in die Umwelt gelangen.
    Wir sind auf einen Sodastreamer mit Glasflaschen umgestiegen, nachdem wir längere Zeit schon unser Wasser nur noch aus Glasflaschen getrunken haben. Die Inhaltsstoffe der PET-Flaschen, die sich auch in dem Wasser finden, sind echt schlimm. Vielleicht bin ich da auch sensibilisiert, weil mein Vater Chemiker ist und ich da auch immer interessiert war. meine Schwester arbeitet auch im Labor mit Plastik, sie entwickelt die Farbstoffe für Shampoo- und Duschbadflaschen und wir alle haben immer Sachen hinterfragt. Meine Schwester rät jedem, dass er die Finger von PET lassen soll, wo immer es geht.

    Ich lasse die Finger von Süßstoffen und allem anderen, was im Verdacht steht, Krebs zu begünstigen. Vielleicht bin ich paranoid, aber meine Tochter hatte ja Krebs und wenn das einmal passiert ist, ist die Wahrscheinlichkeit leider höher, nochmal Krebs zu bekommen. Deshalb bin ich da so vorsichtig und das zieht sich durch alle Gebiete.

    Ich bin empfänglich für Fleischskandale und auch für andere Dinge und ich gebe zu, es wurmt mich, dass der Traummann nun mehr Fleisch essen soll, weil ich genau das Gegenteil wollte.

    Insgesamt bin ich froh über jedes Bioteilchen, dass zu mir wandert. Wir können uns leider nicht leisten, wirklich alles in Bioqualität zu kaufen, aber ich hoffe, es tut uns gut.
    Ich verspreche mir davon aber auch hauptsächlich, dass da keine genetisch veränderten Sachen dabei sind und dass den Tieren weniger Antibiotika gegeben werden. (Hab ich erzählt, wie geschockt ich war als bei der kleinen Tochter meines Cousins ein MRSA festgetellt wurde? Mit 3 Monaten MRSA. Wahnsinn. Das hat mich so geschockt und im gleichen Zuge höre ich, dass fast alles konventionelle Putenfleisch MRSA infiziert ist. Meine erste Reaktion war, wieder gar kein Fleisch zu essen. Aber soja ist ja auch nicht immer viel besser, was die Gentechnik angeht.)
     
  4. Sternchen

    Sternchen Joshua's Mommy

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    Plastik kommt mir auch nicht ins Haus, unsere Behälter sind alle aus Glas. Ich nehm zum Fleischer immer meine Mason-Gläser mit und lass mir da die Wurst reinfüllen. Der Biometzger verwendet eh Papier zum Einwickeln.
    Mir gehts da um die Weichmacher im Plastik, welche gesundheitsschädlich sein sollen. Ausserdem sind die USA der größte Produzent was Plastikmüll angeht. Die Meere sind voll von dem Zeug. Ich verstehe schon, wenn Leute sagen "Jetzt übertreib mal nicht" oder "Was soll man denn noch glauben?", aber leider hab ich nicht die Kapazitäten um meine eigene Langzeitstudie zu Weichmachern oder GMOs zu betreiben, deshalb muss ich da ein Stück weit den Medien glauben und ausserdem auf mein Bauchgefühl hören, und das sagt mir "Kauf kein Plastik und iss keine Erdbeeren aus konventioneller Haltung".
     
  5. MissPatty

    MissPatty

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    Ich find das echt interessant, wobei ich jedem rate einmal einen Konventionellen Hof zu besuchen! Leider wird hier in Deutschland viel durch die Medien kaputt gemacht, ich kann jetzt nur über uns erzählen, bei den Obst-Bauern hab ich keine Erfahrung!

    Das Getreide muss gespritzt werden, da sich sonst ein - für Mensch und Tier - höchst Lebensgefährlicher Pilz an die Pflanze bildet! Dies ist sogar bei den Bio-Höfen vorgeschrieben!

    Antibiotika in der Tierhaltung. Fakt ist, dass zuviel davon gegeben wird, Fakt ist aber auch, dass die Zahlen jedes Jahr um weiten runter gehen.

    Wusstet ihr, dass in der Tierhaltung meistens ein Antibiotikum der ersten Generation verabreicht wird, bei Menschen aber meist schon die zweite, dritte, vierte Generation? Warum handeln die Ärzte so? Warum gleich die neuere Generation, wenn die erste helfen würde?

    In der Massentierhaltung (in den Medien oft falsch dargestellt) treten viel weniger Krankheitsverbreitungen aus als in einem Krankenhaus!

    @Thalia MRSA, kann vom Fleisch der Nutztiere kommen, viel häufiger tritt sowas aber im Krankenhaus auf. Wenn die Mutter zb eine Antibiotika Therapie gemacht hat oder sich eben im KH aufgehalten hat? kann es dadurch auch den Wurm getroffen haben

    Bio-Produkte aus Deutschland sind gut, allerdings würde ich aus dem Ausland nie so etwas kaufen! Die anderen Länder haben nicht so starke Richtlinien, Kontrollen etc. die hier sogar schon der Konventionelle Bauer hat.
     
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  6. Sternchen

    Sternchen Joshua's Mommy

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    Das macht für mich auch Sinn. Wenn die Tiere alle Antibiotika bekommen, dann können sich Krankheiten ja auch nicht ausbreiten.

    Wo ist dann der Unterschied zwischen Biomehl und konventionellen Mehl, wenn selbst die Biobauern spritzen? Das interessiert mich total, weil ich gelesen habe, dass gerade die weit verbreitete Glutenunverträglichkeit auf die Chemikalien im konventionellen Mehl zurück zuführen sei.
     
  7. MissPatty

    MissPatty

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    Nein ich rede gerade von den Antibiotika resistenten Keimen, die gehen in der Massentierhaltung nicht so schnell rum wie in einem Krankenhaus, da die Hygiene Vorkehrungen viel stärker sind! Ein Bauer geht nicht von Abteil zu Abteil ohne durch eine Hygiene Dreckschleuse, wogegen im Krankenhaus die Schwestern von Zimmer zu Zimmer gehen und sich nur die Hände desinfizieren. Nur um ein Beispiel zu nennen!

    Die konventionellen Bauern spritzen auch gegen andere Schädlinge und die Bio's nur gegen das was muss um den Menschen nicht zu gefährden!
     
  8. Lena

    Lena Moderator

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    Mmmm....ich kaufe kein Bio. Einfach, weil ich das Geld dafür nicht hab und es nicht einsehe, mehr zu bezahlen, nur weil Bio drauf steht.
    Ich gebe zu, ich bin inzwischen sogar auf die Eier aus Bodenhaltung statt Freilandhaltung umgestiegen. Ob in meinem Rindfleisch auch Pferdefleisch ist, ist mir egal. Ich esse auch Pferd.

    Ich bin irgendwie vielleicht doch ein gewissenloser Mensch...
    Gott, ich komme mir jetzt ganz schlecht vor.


    .
     
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  9. Ruby

    Ruby

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    Ich kaufe auch kein Bio, weil ich das Geld dafür nicht habe. Sehe nicht ein teilweise das doppelte zu zahlen für etwas was (teilweise) nur auf Papier Bio ist. Rind gibt es bei uns extrem selten, weil ich den Geruch nicht so toll finde.

    Gesendet von meinem TAD-10072 PO8297
     
  10. Thalia

    Thalia

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    @MissPatty ich finde genau den Grundsatz gut, dass nur so viel gespritzt wird, wie wirklich nötig ist. Ich bin aber der Meinung, dass die vielten Antibiotika, die in der Massentierhaltung verwendet werden, nur nötig sind, will die Tiere so wenig Platz haben. Soweit ich weiß, haben die Biobauern da auch noch engere Bestimmungen bei der Haltung.

    Ich bin nicht grundsätzlich gegen die konventionellen Bauern. Ich hatte eine Klassenkameradin, deren Ellen einen Hof mit Bullenmast und da würde ich jeder Zeit einkaufen, weil die Tiere wirklich gut werden. Ich Laufe indirekt auch bei ihnen, weil ich weiß, welche Fleischer sie beliefern.

    Aber ich kaufte sich Bio, um Bio attraktiver zu machen. Auch für Landwirte. Wenn die Menschen es kaufen, trauen sich vielleicht immer mehr, umzustellen.
    Mir persönlich ist da die Tierhaltung auch wichtiger als Gemüse und Obst. Obwohl man auch da echt gute alternativen hat. Ich von z.B. immer vom Tomatenanbau in Gewächshäusern fasziniert. Weil es ein geschlossenes System ist, kann man dort mit Nützlingen arbeiten und muss so nur ganz wenig spritzen. So etwas finde ich gut.

    Zum Thema Geld: Bio ist teuer. Aber mal im Ernst, die Landwirte in Deutschland verdienen so wenig, dass ich jedes Mal sauer bin, wenn ich darüber lese. Wenn die gerecht bezahlt würden, wurde unser Essen definitiv mehr kosten als die Bioprodukte. Dann wäre es wohl so wie in dem USA, wo sich arme Familien zum Teil kein Obst und Gemüse leisten können.
     
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