Hebamme :(

Dieses Thema im Forum "Schwangerschaft" wurde erstellt von Mary, 3. August 2014.

  1. Mary

    Mary

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    Das befürchte ich auch
     
  2. Gast2074

    Gast2074 Guest

    Ja, diese Entwicklung ist schrecklich. :(
     
  3. Neli

    Neli Bald komplett

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    Die Proteste scheinen wirklich nichts zu bringen :(

    Habe schon von vielen Gegenden gehört wo Hebammen mittlerweile "Mangelware" sind.
    Wir haben hier noch Glück, wir haben alleine hier in LG und Umgebung bestimmt 40 Stück.
     
  4. Banky

    Banky Befehlsempfänger Administrator

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    Das Problem wird alle die Gegenden treffen, wo sich die Geburten fast ausschließlich auf Geburtshäuser o.ä. verlagert hat und die Krankenhäuser kaum oder keine Hebammen mehr beschäftigen. Da wird sich dann die öffentliche Hand zwangsweise drum kümmern müssen. Bin nur mal gespannt, ob das im Zuge einer Gesetzesänderung passiert oder ob die Krankenhäuser wirklich wieder Hebammen einstellen.

    Ich hätte hier die 400€ für eine Beleghebamme nicht eingesehen.

    Allerdings glaube ich, dass der Staat da ohnehin eingreifen muss und wird. Man kann die Verantwortung nicht komplett auf die Privatwirtschaft in Form der Versicherer abschieben. Zudem ist es ein gesellschaftliches Problem. Die Babys werden zunehmend größer, die Probleme bei Geburten steigen und schon ein Dammschnitt ist ein Versicherungsfall. Dass die Damen untenrum aber nicht in gleichem Umfang breiter werden wie die Babys größer, bleibt völlig unberücksichtigt.
    Im Endeffekt ist es wie mit den PKWs in den Baustellen auf der Autobahn. Die rechte Spur bleibt normal breit für die LKW's, auf die linke Spur darf aber schon kein PKW mehr, der größer ist als ein Golf. Deswegen wurde auch da nachgebessert und die Spurbreite von 2m auf 2,1m erhöht. Da die Evolution aber nicht ganz so fllott reagiert, wird etwas von Seiten des Staates passieren müssen. Sowohl was die Regelungen der Versicherungsfälle angeht, wie auch die der Versicherung selbst.
     
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  5. Kicher

    Kicher

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    Ich kann ja da bissel ausm Nähkästchen plaudern, weil meine Mama ja Hebamme ist und ein Geburtshaus hat mittlerweile.
    Sie ist zu bis oben hin, die hat keine freie Minute mehr und sucht händeringend eine Kollegin, die mit einsteigen will, aber findet keine.
    Jetzt ab Oktober wird eine frisch von der Schule zu ihr stoßen, die schon einige Male Praktika bei ihr gemacht hat.
    Dann kann sie endlich mal bisschen durchatmen. Wenn sich die Situation und die Kosten der HP aber nicht ändern, denkt sie auch darüber nach keine Geburten mehr zu machen, da die HP für reine Vor und Nachsorge eben deutlich günstiger ist.

    Markus, das mit den Dammschnitten stimmt so nicht 100%, das ist eher ein Problem vom Handwerk, was heute kaum noch richtig gelehrt und weiter gegeben wird an den Schulen und in den Krankenhäusern läuft es mehr und mehr darauf heraus, dass Geburtshilfe (so wie sie eigentlich sein sollte) nicht mehr gelehrt wird, weil es ganz viele KS gibt und die wenigen Spontangeburten auch nach Schema F ablaufen müssen, da einfach das Personal fehlt um 1 zu 1 zu betreuen und da muss man schauen, dass es einigermaßen flott voran geht und Komplikationen möglichst nicht auftreten, vor allem, wenn die Mütter viel alleine sind unter der Geburt. Meine Mama hatte jetzt zwei Schülerinnen, die bei ihr Praktika absolviert haben, die in einer großen Klinik ihre Ausbildung machen und die haben in den fast 3 Jahren Ausbildung noch KEINE einzige Geburt ohne PDA erleben dürfen und bei fast ALLEN Geburten wird standardmäßig ein Dammschnitt gemacht, sobald es auch nur ein kleines Bisschen länger dauert, als es der Zeitplan erlaubt.
    Das heißt, sie hatten bisher gar nicht die Möglichkeit zu erlernen, wie man einen Dammschnitt verhindert und wie man eine Frau entbindet, die keine PDA und keine Schmerzmittel intus hat. Das finde ich sooo traurig, dass das eigentliche Handwerk bald aussterben wird, weil die Schülerinnen schon gar keine richtige Geburtshilfe mehr erlernen können, weil es kaum noch praktiziert wird, außer eben in Geburtshäusern oder bei Hausgeburten.
    Bei meiner Mama im Geburtshaus ist eine Dammschnittrate von 2%, egal, wie die Frau und das Kind gebaut sind, aber das muss man als Arzt und Hebamme können vom handwerklichen her und man muss eben Geduld und Zeit haben. Bei mir war es z.B. auch so, dass Marius 4-5 Wehen eher da gewesen wäre, hätte man nen Dammschnitt gemacht. Aber es war mit uns beiden alles ok, also warum schneiden?? Und ich bin normal gebaut und Marius war groß und kräftig. In den meisten Kliniken wird einfach ganz viel in die Natur reingepfuscht, weil es in Zeitpläne und mit wenig Personal gestemmt werden muss. Es wird ganz oft viel zu früh eingeleitet und wenn es noch nicht so weit ist, dann führt das meist zu Problemen und am Ende in den OP.
    Die Natur macht im Grunde gar nicht so oft etwas falsch, dass Komplikationen auftreten, wenn SS komplikationslos war und Mutter und Kind gesund sind, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es nicht glatt geht. Aber der Natur wird so oft ins Handwerk gepfuscht, dass es vielen Hebammen heute nicht mehr möglich ist, originäre Geburtshilfe zu leisten und viele können solche ursprünglichen Sachen, wie einen Dammschnitt verhindern gar nicht mehr, weil sie es nicht tun und gar nicht dürfen oder können, weil sie oft auch gleichzeitig 3 oder mehr Gebährende haben und da nur in den heißen Phasen anwesend sein können. Ich hab echt Angst vor dem, was auf uns zu kommt, es sieht echt ganz danach aus, als käme es bei uns, wie in vielen Ländern der Fall, dass Hebammen nur noch Handlanger beim FA machen dürfen und die KS Rate drastisch steigen wird, womit statistisch bereits jetzt die Müttersterblichkeit deutlich gestiegen ist, obwohl man doch meinen müsste, dass sie heute sinken müsste, aber seit die KS Rate steigt, steigt auch diese.
    Alleine schon die Rate an Kaiserschnitten ist ja unglaublich, so viele Fälle, die zum KS führen gibt es ja gar nicht, also werden viel zu viele durchgeführt und das wird so gräßlich verharmlost, dabei ist es eine der gefährlichsten OPs überhaupt. Mir hat mal ein Chirurg erzählt, dass die Bauchdecke zu öffnen unglaublich schwierig wäre und ein riesiges Infektrisiko birgt und alleine die ultra durchblutete Gebärmutter zu schneiden ist so wahnsinnig gefährlich. Also er kann nicht verstehen, wie das so harmlos dargestellt werden kann. Aber wirtschaftlich gesehen ist ein KS einfach super praktisch, planbar, schnell vorbei und bringt ne Menge mehr Kohle als eine Spontangeburt, ich bin ja BWLer, das kann ich von der Warte alles verstehen, aber es geht auf Kosten der Kinder und der Mütter.
     
  6. Banky

    Banky Befehlsempfänger Administrator

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    Muss eigentlich bei einem KS auch eine Hebamme dabei sein? Ich vermute es mal.

    Aber was machen dann die Krankenhäuser, wie das deiner Mutter, @Kicher? Ohne eigene Hebammen fällt der lukrative Kaiserschnitt auch da weg. Mit eigenen Hebammen hat man aber zusätzliche Lohnkosten und das "Risiko", dass werdende Mütter doch die zeitintensive Spontangeburt wollen.

    Auf Helgoland weiß ich, dass da keine Kinder zur Welt kommen und die Schwangeren auf dem Festland gebähren müssen. Läuft es dann z.B.in Bayern demnächst auch so? Wer entbindenden will macht dies bitte in einem anderen Bundesland, weil es in Bayern wohl auch kaum Krankenhäuser mit eignen Hebammen gibt?

    Das ein Krankenhaus heutzutage wirtschaftlich arbeiten muss finde ich auch (bis zu einem gewissen Punkt) ok. Das diese aber mittlerweile zu reinen Profitunternehmen verkommen, finde ich absolut zum Kotzen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. August 2014
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  7. Kicher

    Kicher

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    Meine Mutter hat in einem KH als Beleghebamme gearbeitet bis 2011 und dann wurde dort die Geburtshilfe geschlossen, weil es nur noch einen Belegarzt gab, der Geburten machte, deren HP ist in dem Fall, dass sie Geburtshilfe betreiben noch viel höher als bei Hebammen und wenn sie als Belegarzt arbeiten, müssen sie diese ja auch selber zahlen.
    Meine Mutter hat dann aus der Not heraus ein Geburtshaus eröffnet, wo sie weiter mit ihrem Belegarzt zusammen arbeitet.
    Hebammen müssen auch beim KS anwesend sein, aber da sind sie halt nur Handlanger, der die Frau vorbereitet und das Kind in Empfang nimmt.
    In vielen Kliniken ist es eben so, dass Spontangeburt erst mal versucht wird, wenn es aber nicht flott klappt, redet man auch gerne mal Probleme herbei um die Mutter zum KS zu bringen, alles schon gehört von Müttern.
    Angestellte Hebammen müssen ihre HP ja nicht selber zahlen, das macht in dem Fall ja das KH und die Hebamme muss ja anwesend sein, also haben sie die gleichen Kosten, ob es ne Spontangeburt ist oder ein KS, aber der KS is in ner Stunde abgehandelt und die Hebamme kann also während einer Schicht mehrere begleiten, eine Spontangeburt ist ja oft nach 8 Stunden noch nicht vorbei und da braucht man also mehrer Hebammen für nur 1 Geburt, das ist ja viel teurer, weil die Spontangeburt ja nur mit solchen Pauschalsätzen bezahlt wird, ich glaube das sind so um die 400 Euro pro Geburt, egal, wie lange das dauert. Ich finde es gibt einfach Bereiche, wo es nicht um Profit gehen sollte, wie eben Gesundheit oder auch Pflege generell.
     
  8. Akasha1988

    Akasha1988 verrückte Nudel... XD

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    Alles einfach nur traurig und böse! :crying:
     
  9. Mary

    Mary

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    Es gibt wohl eine vorübergehende Lösung aber erstmal nur bis Juli 2015
     
  10. Sternchen78

    Sternchen78

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    Wenn ich das so von dir lese, kicher, sehe ich die Geburt von Jonah mit ganz anderen Augen. 3x wollten sie mich zum Kaiserschnitt holen und ich habe mich geweigert. Mir und Jonah ging es gut, es ging denen nur zu langsam
    Hatte schon eine Weile den mumu offen und dann ging es auf einmal doch ganz schnell. Aber sie haben über ne Stunde auf mich eingeredet dass ich nen Kaiserschnitt machen soll. Sie wollten mich Grade holen, als auf einmal doch die presswehen einsetzten und mit 2x Drücken war er da da hat der Arzt mal blöd geguckt und ich war doppelt glücklich
     
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